Rabattmarken und Gutscheincoupons – Wie spart man wirklich?

Rabatte, Rabatte, satte Rabatte! Ob im Briefkasten, in Magazinen, auf Rechnungen oder über Mitgliedschaften beim Punktesammeln für „Prozente“, nahezu jeder Händler bietet heutzutage in irgendeiner Form Rabatte auf diverse Produkte an, die im Sortiment geführt werden – und das regelmäßig. Doch nicht immer bedeuten die angebotenen Einkaufsrabatte auch tatsächlich eine Preisersparnis für den Kunden. Genau hinsehen ist gefragt und wichtig, denn der Teufel liegt nicht selten im Detail. Um hier die richtigen Entscheidungen zu treffen, mit denen Sie auch nachhaltig sparen können, müssen wir einen näheren Blick auf die Hintergründe dieser Verkaufsmethoden werfen.

Weshalb gibt es Rabatte überhaupt?

Rabatte lohnen sich, aber vor allem für die Händler selbst – und das aus Unterschiedlichen Gründen. Rabattierte Artikel machen mittlerweile für viele Unternehmen fast die Hälfte des gesamten Umsatzes aus und in zahlreichen Fällen versteckt sich hinter angebotenen Rabatten eine Vielzahl an Tricksereien der Händler, um den Kunden mehr Geld aus der Tasche zu ziehen oder von ihnen anderweitig zu profitieren zu können, wie beispielsweise durch:

  • Lockvogelangebote
  • Rabatte auf überteuerte Startpreise
  • Herausgabe der eigenen Daten für Werbezwecke

Lockvogelangebote als Einkaufstrick schlechthin

Hierbei handelt es sich um verschiedene Angebote, die nur in absichtlich stark begrenzter Anzahl im Laden verfügbar sind. Sobald das Spezialangebot ausverkauft ist, tendieren Kunden dazu sich für Alternativprodukte zu entscheiden, die nicht vergünstigt erhältlich sind, um nicht ohne Einkauf nach Hause gehen zu müssen. Händler sind zwar dazu verpflichtet, dass Angebote entsprechend der erwarteten Nachfrage verfügbar sind, doch diese Regelung schützt lediglich vor der Dreistigkeit mancher Händler, die die preisreduzierten Waren in so geringer Stückzahl im Angebot haben, dass sie sofort bei Beginn der Aktion ausverkauft sind.

Rabatte auf überteuerte Produkte

Eigentlich ist es verboten einen Rabatt auf einen fiktiven, überteuerten Preis eines Produkts zu gewähren, der nicht dem tatsächlichen bisherigen Preis entspricht, um den Anschein zu erwecken, dass der Rabatt eine tolle Preisersparnis darstellt, obwohl der rabattierte Preis selbst eigentlich den Normalpreis des Artikels wiederspiegeln würde. Manche Händler umgehen dieses Verbot, indem sie die Preise für gewisse Produkte für einen bestimmten Zeitraum anheben, um diese Praxis zumindest aus gesetzlicher Sicht einwandfrei rechtfertigen zu können. Denn einen Rabatt auf den zwar überteuerten Preis anzubieten, wenn der jeweilige überteuerte Preis aber nur lange genug als Originalpreis angeschrieben war, ist erlaubt.

Daten gegen Rabatte

Ein wenig anders profitieren Händler von Mitgliedschaften, bei denen Kunden mit Rabatten gelockt und zur Mitgliedschaft motiviert werden. Für Unternehmen sind Kundendaten von unschätzbarem Wert, denn diese Daten werden für Werbezwecke genutzt und an andere Unternehmen zur Verarbeitung, Auswertung und weiteren Verwendung verkauft. Falls Sie das Kleingedruckte bei einer Anmeldung für eine Rabatt-Mitgliedschaft in einem Supermarkt genau durchlesen werden Sie feststellen, dass die Daten für allerlei Zwecke genutzt und weiterverkauft werden dürfen. Die Händler tauschen sozusagen Ihre persönlichen Daten gegen diverse Rabattaktionen ein. Diese Praxis würde nicht existieren, wenn sie sich nicht für die Unternehmen lohnen würde.

Vergleichen und kontrollieren

Das bedeutet aber nicht, dass man bei allen Rabatten über den Tisch gezogen wird. Es lohnt sich jedoch zweifelsfrei immer sich der Gegenwart von Lockvogelangeboten bewusst zu sein, um vor einem Impulskauf eines teureren Produkts noch einmal den Preis genau zu überprüfen oder sich vor einem Kauf des tollen Luxus-Sofas im Online Shop, welches angeblich mit 70% Rabatt angeboten wird noch einmal zur Sicherheit im Internet über den tatsächlichen Preis der letzten Monate schlau zu machen und etwaige günstigere Angebote bei der Konkurrenz zu entdecken.

Wenn Sie genau im Überblick haben, welcher Rabatt Ihnen tatsächlich eine Ersparnis bringt, dann bleibt Ihr Geldbeutel voll und Sie zufrieden. Glauben Sie nicht alles, was Ihnen im Einzelhandel vorgegaukelt wird und kontrollieren Sie die angegebenen Preise vor dem Kauf, auch wenn es ein paar Minuten länger dauert. Seien Sie sich der Tatsache bewusst, dass Mitgliedschaften für Rabatte keine Wohltätigkeitsveranstaltungen sind. Sie bezahlen mit Ihren persönlichen Daten für Prozente. Wenn Sie dadurch für Sie aus finanzieller Sicht besser aussteigen, dann lohnt es sich aber ohne Zweifel.

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